Löten von SMD Bauteilen

Discussion in 'Aufbau' started by wkrug, Apr 19, 2006.

  1. wkrug

    wkrug New Member

    Zum Löten von SMD Bauteilen benutze ich eine Lötspitze mit 0,4mm Best.Nr.: Spitze 832 UD für meine ERSA MS60C Lötstation.
    Sowie eine SMD Pinzette Best.Nr.: EP 120.
    Als Lötdraht benutze ich 0,5mm Lötzinn mit Silberanteil Best.Nr.: LÖTZINN AG 0,507(das 0,3er wäre
    vermutlich noch besser ist mir aber zu teuer).
    Zum Einlöten von IC's streich
    ich vorher die PAD's mit Flussmittel aus dem Flusmitteldispensor Best.Nr.: FL 88 ein.
    Eine möglichst dünne Lötsauglitze Best.Nr.: ENTLÖTLITZE 00 braucht man auch noch zum Entfernen von
    Überschüssigem Lötzinn und Zinnbrücken.
    Alle Teile sind bei Reichelt erhältlich (Bestellnummern der Teile sind Reichelt Bestellnummern).

    Ich betreib das mit dem Werkzeug schon ein paar Monate und das Ganze haut
    recht gut hin.

    Die Platinen fixiere ich mit Tesafilm auf einem Stück weissem Karton, dann
    verrutschen sie nicht so leicht.

    Eine gute Schreibtischlampe sowie eine Lupe sind bei der Fummelarbeit auch kein Luxus.

    Eine Löffellötspitze zum IC einlöten hab ich auch schon probiert, kann aber
    dabei keinen Großen Vorteil sehen.

    Unten ist noch ein Bild von dem Werkzeug.

    Dominik meinte es wäre sinnvoll diese Tipps hier im Forum einzustellen.

    Attached Files:

  2. Dominik

    Dominik Administrator Staff Member

    Moin !

    Was für mich (und vermutlich viele andere) noch interessant wäre ...
    Wie zum Henker lötet man den µController auf die Platine?

    Kann da jemand noch ein "Kochrezept" für bereitstellen?
  3. Thomas

    Thomas New Member

    Hi Dominik,

    vergiss den Controller. Der Stecker für das Nokia 6100 - Display (ist hier schon mal gezeigt worden) ist die wahre Herausforderung. Auf dem Platz, wo beim Controller 3 Pins anzulöten sind hat der besagte Stecker 5 (fünf) Anschlüsse! Aber auch das ist von Hand machbar:

    1. Sehr gute Beleuchtung!
    2. Ruhige Hand
    3. dünnes Lötzinn (0.3 mm wäre sicher optimal, ich habe aber nur 0.5)
    4. spitze Lötspitze (ich benutze nach wie vor die Lötnadel von Conrad, wenn die Spitze "verbraucht" ist nehme ich eine Feile zur Hand und mache sie wieder fit)
    5. etwas Löthonig/Kolophonium o.ä. schaden nicht
    6. eine Lupe mit 2-3facher Vergrösserung wäre gut, zumindest für die Kontrolle der Lötstellen

    Mein Vorgehen:
    Zunächst streiche ich die Pads auf der Platine hauchdünn mit etwas Löthonig ein. Die Menge eines halben Stecknadelkopfes reicht für alle Pads des Mega 128. Anschliessend den Controller auf die Platine setzen und ausrichten, an einem Pin an einer Ecke festlöten. Jetzt kann man noch Korrekturen vornehmen. Danach an einem Pin der gegenüberliegenden Ecke anlöten. Nochmals die Position überprüfen. Anschliessend die restlichen Pins einen nach dem anderen anlöten. Nur wenig Zinn benutzen. Wenn es dennoch zu Lötbrücken kommt keine Panik. Solche Brücken kann man am Ende (genauso wie überschüssiges Zinn) mit Entlötlitze und einem stärkeren Lötkolben (25W) mit Schraubendreherlötspitze entfernen.

    Gruss
    Thomas
  4. wkrug

    wkrug New Member

    @Dominik

    Zuerst die Lötpads auf der Platine mit Flussmittel bestreichen.

    Der Controller wird auf der Platine plaziert und an 2 gegenüberliegenden Ecken festgelötet.

    Danach mit dem Lötkolben und etwas Zinn mal so eben über alle Pins auf einer Seite drüberfahren.

    Vermutlich sind jetzt eine Ganze Menge Zinnbrücken zwischen den Beinchen.

    Jetzt mit Lötsauglitze und Lötkolben nochmal über dir Pins drüber bis alle Zinnbrücken weg sind (mit Lupe kontrollieren).

    Das Verfahren für die restlichen 3 Seiten wiederholen.
    Mit ein bischen Übung schaut das Ganze dann schon sehr gut aus.

    Wenn man sich nach der Verlötung einer Seite ein kurzes Päuschen gönnt sollte der Controller das Ganze auch schadlos überstehen (Muss ja auch einen Reflow Ofen überstehen).

    Es gibt auch noch Lötspitzen mit Hohlkehle (siehe Reichelt: SPITZE 832PW).
    Zuerst wird in die Hohlkehle etwas Zinn gegeben, dann damit über die Pins gestrichen.
    Nun die verlöteten Pins mit Flussmittel bestreichen.
    Jetzt wird alles Zinn wieder aus der Hohlkehle entfernt und nochmals über die Pins gestrichen. Dadurch sollten jetzt alle Pins verlötet und ohne Zinnbrücken sein. Bei mir hat das allerdings nicht so gut funktioniert.
    Bis man alle Pins überstrichen hat taugt das Lötzinn in der Spitze nichts mehr und es entstehen Brücken.
  5. wkrug

    wkrug New Member

    Oh Thomas war schneller.

    @Thomas
    Soweit ich weiss ist normaler Löthonig nicht Säurefrei.
    Deshalb sollte man ihn für Elektroniklötungen nicht unbedingt verwenden.
    Dadurch kanns Dir passieren das Dir das Zeug mit der Zeit die Leiterbahnen anätzt.
    Wenns bei Dir damit ohne Probleme klappt ist das natürlich OK.
  6. ChiefGlider

    ChiefGlider New Member

    Für die MikroC's gibt es auch solche Flussmittelstifte. Die drückt man wie einen Edding einmal auf die Platine und das Lötzinn fließt wie bescheuert nur zu den Kontaktstellen funktioniert wunderbar.
  7. Dominik

    Dominik Administrator Staff Member

    @ChiefGlider:
    Und das kann man wo kaufen?
  8. Thomas

    Thomas New Member

    Hi Willi,
    der Löthonig von Conrad ist lt. Datenblatt säurefrei. ich hatte bisher auch noch keine Probleme. Ich benutze ihn auch wie gesagt nur an "schwierigen" Stellen, ansonsten reicht das Flussmittel im Lötzinn aus. Am Ende kann man die Reste auch sehr gut mit Spiritus und einer weichen Bürste entfernen.

    Gruss
    Thomas
  9. wkrug

    wkrug New Member

    @Thomas

    Dann ist der Conrad Löthonig schon was spezielles.
    Ich kenn das Zeug nur zum Verlöten von Dachrinnen und das ist normalerweise für Elektroniklötungen nicht geeignet.
  10. ChiefGlider

    ChiefGlider New Member

  11. wkrug

    wkrug New Member

    Lötspitzen von Zunder befreien - verzinnen

    Die kleinen Lötspitzen für die SMD's verzundern leider sehr schnell.
    Weil Sie so klein sind kriegt man das mit der üblichen Schwamm methode nicht so leicht ab.
    Ich hab mir bei Reichelt eine Lötspitzenreineiger- Verzinnungspaste geholt, Bestellnummer EDSYN LT 1.
    Die mit Schwamm vorgereinigte Lötspitze wird 1-3 mal in die Paste getaucht.
    Die Spitze ist dann wieder sauber und neu verzinnt. Ich benutze das Mittel seit ca. 1Monat und kann die Paste nur empfehlen. :grin:
  12. da_Peda

    da_Peda Administrator

    Hallo,

    Hmmm... Also, ich habe die Lötnadel nur bei dem MidiLogger gebraucht. Ich konnte bisher nix von dem Verzundern feststellen können. Kann wie gesagt daran liegen, dass die Nadel bei mir noch nicht sooo lange in Betrieb ist und vielleicht auch daran, dass ich die mit genau 12 Volt befeuere. Dominik z.b. hat glaub ich zu beginn mit so 13 Volt gearbeitet, und hatte dann das Problem, dass die Nadel das Lötzinn nicht annahm...

    Aber Danke für den Tip. Was fürn Mittel ist der Lötspitzen reiniger?
  13. Dominik

    Dominik Administrator Staff Member

    Moin !

    Dass das Lötzinn nicht angenommen wurde lag eher daran, dass ich die Nadel noch gonet richtig verzinnt hatte. Nachdem ich aber erstmal etwas Lötzinn an die Spitze gekriegt hatte, gings.
  14. wkrug

    wkrug New Member

    @Dominik
    Das was Du da beschreibst ist ja genau der Effekt.
    Ganz vorne an der Spitze nimmt der Lötkolben kein Zinn mehr an.
    Mit dem Schwamm kriegt man dann die Oxydschicht nicht mehr runter.
    Hat man erst mal neues Zinn drauf, dann geht es wieder und eben dass klappt mit der Paste sehr gut.
    Mit normalem Lötzinn musst Du da schon einen schönen Batzen drauftun, der dann vor der nächsten Lötung auch wieder runter muss.

    Die Paste ist sicher kein muss, aber sehr nützlich.
  15. Bombom

    Bombom New Member

    Recht informativ veranschaulicht, ich kann bereits hie und da die Schablonen "selber" loeten.
    Die Tipps hier sind sehr gut erklaert, kann man so gelten lassen :)
    Ich gehe mir ein paar Schablis besorgen, versteht sich wo klick ;)

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